Das Glück liegt (nicht) in einzelnen Genen

Geschrieben von PRONOVUS am in Blog

zufriedene frau im bro streckt den rcken und lcheltWohlbefinden, Depression und neurotisches Verhalten können teilweise angeboren sein, aber die Effekte einzelner Gene sind winzig

Studie mit 300 000 Menschen

Glück und Zufriedenheit, kurz „Wohlbefinden“, wünschen sich alle Menschen. Viele hadern mit dem Schicksal, wenn es mal nicht so gut läuft, manche geraten in eine Depression, andere schütteln das Unwohlsein ab und wenden sich neuen Abenteuern zu. Zufriedenheit ist eine äußerst subjektive Empfindung. Hat also ein Mensch die Fähigkeit zum Glücklichsein, der andere nicht?

Die umfangreiche internationale Studie des „Social Science Genetic Association Consortiums“ (SSGAC) hat konkrete Genabschnitte gefunden, die Wohlbefinden, Depression und neurotisches Verhalten beeinflussen. 178 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen untersuchten anonymisierte genetische Daten von fast 300 000 Menschen und entdeckten Abschnitte im Genom, die mit Lebenszufriedenheit und Glücklichsein in Verbindung stehen.

„Psychologisches Wohlbefinden wird größtenteils durch die Umwelt, aber auch durch genetische Faktoren beeinflusst. Welche Genabschnitte dabei eine Rolle spielen, war bis jetzt nahezu unbekannt“, erklärt Gert G. Wagner. Drei genetische Varianten wurden identifiziert, die mit subjektivem Wohlbefinden in Zusammenhang stehen. Es wurden auch elf genetische Varianten für Neurotizismus und zwei für Depressionen gefunden. Die genetischen Varianten für Depressionen konnten von den Forschern in einer unabhängigen Stichprobe von 370 000 zusätzlichen Studienteilnehmern repliziert werden.

Den größten Anteil vom Glück haben wir selbst in der Hand

Die identifizierten Genorte scheinen die Regulation der Genexpression des Gehirns zu beeinflussen. „Den größten Anteil vom Glück haben wir allerdings noch selbst in der Hand!“, betonen die Wissenschaftler.

Trotz der ausgeprägten statistischen Signifikanz der Befunde seien die identifizierten Gene nur für einen Bruchteil der Erblichkeit von psychologischem Wohlbefinden verantwortlich und erklären weniger als ein Prozent der Unterschiede im Wohlbefinden in der Bevölkerung. Die geringe Erklärungskraft einzelner Gene widerspräche allerdings nicht der oftmals hohen Erblichkeit von Persönlichkeitseigenschaften innerhalb einer Familie, so Philipp Köllinger, Professor für „Gen-Ökonomie“ an der Freien Universität Amsterdam sowie Research Fellow des DIW Berlin, der zu den Hauptautoren gehört. „Ganz der Opa!“ – die verblüffenden Ähnlichkeiten innerhalb einer Familie sind von Tausenden, wenn nicht von Millionen verschiedenen genetischen Varianten beeinflusst. Die Forscher gehen jedoch davon aus, dass künftig durch Studien in einer Größenordnung von mehreren Millionen Probanden weitere genetische Varianten für psychologisches Wohlbefinden gefunden werden. Schon jetzt ist die Größe der Studie für die Sozialwissenschaften recht neu.

Hier geht’s zum Artikel

Trackback von deiner Website.

Bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

social_facebook_box_blue_32social_twitter_box_blue_321374414030_social_xing