Ein neuer Führungsstil kündigt sich an – der evolutionäre Führungsstil

Geschrieben von PRONOVUS am in Blog

business team discussing something in officeEs gibt drei Phasen der Führungsstilentwicklung und Ulrich Grannemann zeigt, dass sich eine vierte Phase ankündigt (http://www.leadion.de/2015/08/27/ein-neuer-fuehrungsstil-kuendigt-sich-an-der-evolutionaere-fuehrungsstil/):

 

Phase 1: Die natürlichen Führungsstile

Zunächst war Führung lediglich eine persönliche Eigenschaft. Man hatte sie oder hatte sie nicht. Es wurde nicht bewusst über Führung nachgedacht. Man führte, wie man sich gerade fühlte, wie man es als natürlich empfand, wie man gerade so drauf war.

Phase 2: Die separaten Führungsstile

Je größer und bedeutender Unternehmen als Form der Wertschöpfung wurden, umso mehr wurde Führung zur Aufgabe, zur Funktion, zur Rolle. Gerade in großen Unternehmen wurde deutlich, wie unterschiedlich Führungskräfte sich verhielten, obwohl sie ganz ähnliche Aufgaben zu verantworten hatten.

Zu diesem Zeitpunkt gab es viele Begriffe für die verschiedenen Führungsstile: Der patriarchalische, der charismatische, der bürokratische, der autoritäre, der autokratische, der kooperative, der laterale, der aufgabenorientierte, der teamorientierte, der mitarbeiterorientierte und der managementorientierte Führungsstil. Es wurde schnell bewusst, dass Führungskräfte mit einem einseitigen Führungsstil schnell an ihre Grenzen geraten, sobald sich Mitarbeiter oder Aufgaben verändern. Das war die Geburt der dritten Phase: Der situative Führungsstil.

Phase 3: Situativer Führungsstil

Es ist heute vollkommen klar, dass wir als Führungskräfte nur gut sein können wenn wir unser Verhalten und damit unseren Stil an den Reifegrad des Mitarbeiters, an den Typus von Aufgabe oder an die Eigenheiten einer Kultur anpassen.

Phase 4: Der evolutionäre Führungsstil

Der neue Führungsstil hat neue Aufgaben: Beendung der Überforderung der Führungskräfte, den steigenden Ansprüchen und Erwartungen der Mitarbeiter gerecht werden, der erhöhten Diversität der Mitarbeiterschaft entsprechen und immer mehr Augenhöhe von Vorgesetztem und Mitarbeitern schaffen, egal, in welchem Reifegrad diese sich gerade befinden.

Führung wird zu einer gemeinsamen Aufgabe von Mitarbeiter und Führungskraft

Wenn die Ansprüche so differenziert und vielfältig sind, gibt es nur eine Person, die uns dabei helfen kann und das ist der Mitarbeiter selbst. Er weiß am besten, was er braucht und was er will.

Der neue Stil versucht nicht, die Situation zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren, sondern passt sich ständig neu an. Führung ist also ein gemeinsames KVP-Projekt (KVP=kontinuierlicher Verbesserungsprozess) mit dem Mitarbeiter. Führung wird zu einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Evolution – das erfolgreichste Prinzip

Es gibt ein Prinzip, welches diese ständige Anpassung beschreibt: Die Evolution. Übertragen auf die Führung werden hier zwar keine Lebewesen selektiert, sondern Werkzeuge, Tools, Regeln, Gesprächsrunden, Leitfäden, Tabellen, usw.

Das Prinzip Evolution bedeutet, ich probiere verschiedene Werkzeuge aus und entscheide mich für das Beste. Von diesem Werkzeug schaffe ich wieder neue Varianten, von dem ich dann wiederum das Beste auswähle. Diese jeweils zu entwickelnden Führungs-Verhaltensweisen entstehen nicht in der Theorie, sondern müssen sich in der Arbeit und Kommunikation zwischen Mitarbeiter und Vorgesetzten bewähren, durch…

  • … regelmäßige Gespräche, in denen Mitarbeiter und Vorgesetzte ihre Arbeitsbeziehungen überprüfen. Stimmen die Abläufe, stimmen die Kooperations-Regeln, stimmt die Art und Weise zur Entscheidung zu kommen, stimmen die Prioritäten in den Aufgaben? Hier wird nicht über Fachliches, sondern über die aktuellen Projekte und Aufgaben und Kunden gesprochen.
  • … Gespräche, in denen sich Vorgesetzter und Mitarbeiter fragen, ob die Fragen und Werkzeuge, mit denen die Qualität der Arbeit verbessert werden soll, die Richtigen sind. Das heißt, die Messwerkzeuge selbst kommen auf den Prüfstand. Stellen wir die richtigen Fragen? Nehmen wir uns genug Zeit, sind die Abstände richtig?

Diese beiden Gesprächsebenen führen zu einer ständigen Verbesserung der Führungstools. Die ständigen Weiterentwicklungen und das Lernen werden eingebaut und zum wesentlichen Bestandteil des evolutionären Führungsstils.

 

 

 

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