Managementversagen vorbeugen

Geschrieben von PRONOVUS am in Blog

Upset young businessman sitting at laptop, office background.

Artikel in der Wirtschaftspsychologie aktuell

Manager versagen, weil sie kurzfristig planen, selbstverliebt agieren oder emotional labil sind. Dieses Versagen lässt sich durch gezielte Personalauswahl und Weiterbildung eindämmen. Die Eckpfeiler dafür sind eine Anforderungsanalyse, die auch schädliche Eigenschaften berücksichtigt, standardisierte Auswahlinstrumente, eine regelmäßige Leistungsbeurteilung und praxisnahe Trainings.

Managementversagen durch Unzulänglichkeit

Managementversagen liegt vor, wenn Führungspersonen an ihren Aufgaben scheitern und daraufhin das Unternehmen verlassen oder innerhalb der Firma versetzt werden. Neben bestimmten Arbeitsbedingungen (Informationsfülle, erhöhter Druck) liegen die Gründe für Managementversagen nach Uwe Peter Kanning vor allem in der Person der Führungsperson:

  • Mangelhafte Managementfähigkeiten: Manager planen kurzsichtig, denken nicht strategisch, können sich nicht entscheiden, schieben Aufgaben auf, orientieren sich an Gerüchten oder erreichen ihre Ziele nicht.
  • Defizitärer Führungsstil: Führungspersonen führen autoritär, beteiligen sich an Mobbing, kontrollieren zu sehr, unterdrücken Kritik oder können Teams nicht gut zusammenstellen.
  • Soziale Inkompetenz: Manager erscheinen kalt, distanziert und arrogant, können Konflikte nicht gut lösen oder kommunizieren zu wenig.
  • Hemmende Persönlichkeitsmerkmale: Führungspersonen sind perfektionistisch, überschätzen sich selbst, denken wenig über sich selbst nach, schwanken häufig in ihren Gefühlen (emotionale Labilität), sind wenig vertrauenswürdig oder können sich schlecht an veränderte Umgebungsbedingungen anpassen.
  • Subklinische Persönlichkeitsmerkmale: Manager halten sich für unfehlbar und grandios (Narzissmus), nutzen andere aus (Machiavellismus) oder verletzen andere, ohne sich schuldig zu fühlen (Psychopathie).

Gezielt auswählen und weiterbilden

Uwe Peter Kanning schlägt vor, dem Managementversagen durch gezielte Personalauswahl und -entwicklung entgegenzuwirken. Dabei sollten folgende Schritte berücksichtigt werden:

Eine Anforderungsanalyse durchführen: Personen, die den entsprechenden Arbeitsplatz gut kennen, sollten erfolgskritische Situationen festlegen. Dann sollten sie Verhaltensweisen benennen, die nützlich und die schädlich sind. Wenn dieses Verhalten abstrahiert wird, gelangt man zu positiven und negativen Kompetenzen. Für die nützlichen Kompetenzen (z.B. Mitarbeiter kontrollieren) sollten Unter-, aber auch Obergrenzen beziffert werden.

Personal nach wissenschaftlichen Standards auswählen: Die Kompetenzen werden im Auswahlverfahren überprüft. Dabei sollten nur Verfahren herangezogen werden, deren Objektivität, Messgenauigkeit und Aussagekraft wissenschaftlich belegt ist. Hierbei könnten Assessment Center oder Fragebögen sozialer Kompetenzen zum Einsatz kommen.

Die Managementleistung regelmäßig beurteilen: Führungspersonen sollten regelmäßig beurteilt werden. Das Beurteilungssystem muss dabei ausgehend von der Anforderungsanalyse auf den Arbeitsplatz zugeschnitten sein. Außerdem sollten nicht nur objektive Leistungskennzahlen erfasst werden, sondern auch das Sozialverhalten. Es ist ratsam, dafür das Feedback der Mitarbeiter einzuholen.

Führungspersonen weiterbilden: Das Ergebnis der Leistungsbeurteilung bestimmt, in welchem Bereich und mit welchen Methoden die Führungsperson trainiert werden soll.

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