Mitarbeiter motivieren: Tipps und Beispiele

Geschrieben von PRONOVUS am in Blog

Geschäftsleute geben High Five im Büro

 

Mitarbeiter motivieren, indem man sie antreibt, gute Leistungen zu bringen? Das ist anstrengend und sorgt für Frust auf beiden Seiten. Ein zweiter Weg, der Mitarbeitermotivation ist, sie zu manipulieren – mit Geld, Boni, Beförderungen, Status, Versprechen. Das funktioniert kurzfristig, ist aber unethisch und verrät überdies eine fragwürdige Einstellung zu den eigenen Kollegen: Wer so führt, hält seine Mitarbeiter offenbar für Esel. Der dritte Weg, Mitarbeiter zu motivieren, ist sie – ganz konkret – zu ermutigen und Leistungen anzuerkennen.

 

Was Menschen wirklich motiviert

Laut David McClelland sind es vor allem drei Bedürfnisse, die uns motivieren:

  1. Menschen wollen ihre Ziele erreichen.

    Und sie möchten, dass dies bemerkt wird. Kurz: Sie wollen stolz auf ihr Tun sein. Entsprechend vermeiden Sie Situationen, in denen keine Aussicht auf Erfolg besteht oder diese nur gering ist.

  2. Menschen suchen soziale Beziehungen und Zugehörigkeit.

    Erfolg lässt sich schließlich erst genießen, wenn er durch andere bestätigt wird. Denn auf Anerkennung folgt meist auch Zugehörigkeit. Weil das aber nicht universell gilt, suchen wir den Anschluss zu unterschiedlichen (Interessen-)Gruppen.

  3. Auch Macht motiviert.

    Die beiden ersten Punkte führen automatisch zu einem gewissen Einfluss auf die jeweilige Gruppe: Respekt, Status und Einfluss steigen. Und das ist ebenfalls ein enormer Ansporn.

Auch der Autor Richard Conniff hat sich mit dem Thema Mitarbeitermotivation intensiv beschäftigt und herausgefunden: Regelmäßiges Feedback kann die Motivation und Leistung von Mitarbeitern um 10 Prozent steigern. Diese für erreichte Ziele und gute Leistungen zu würdigen und dies aufrichtig anzuerkennen, verbesserte die Motivation gar um 17 Prozent. Nebenbei verbesserte es die Beziehungen untereinander und zum Chef.

 

Mitarbeiter motivieren

    1. Zeigen Sie Interesse.

      Dies ist der einfachste wie auch effektivste Weg, andere zu ermutigen: Zeigen Sie, dass Sie sich wirklich dafür interessieren, was der oder die andere macht oder erreichen will. Stellen Sie Fragen, bewundern Sie. Nichts wirkt stärker.

    2. Wertschätzen Sie.

      Sprichwörtlich: Also nicht nur Schulterklopfen, sondern schätzen Sie den Wert der Sache und bestätigen Sie die große Bedeutung dieses Beitrags. Menschen hassen das Gefühl, nur ein unbedeutendes Rädchen im Getriebe – oder (noch schlimmer) das Reserverad – zu sein. Umgekehrt: Wenn Sie ihren Plänen und Projekten einen hohen Wert beimessen – am besten öffentlich – schlägt das sofort auf das Selbstbewusstsein durch, baut auf und weckt neuen Enthusiasmus.

    3. Bitten Sie um Rat.

      Es ist die subtilste Form des Lobes – und kaum jemand kann diesem Antrag widerstehen, sein Können und Wissen weiterzugeben, weil er darum gebeten wird. Erstens, weil Sie ihn dadurch erhöhen (Er der Meister – Sie der Schüler); zweitens, weil er sich so verewigen kann. Schließlich setzen Sie sein profundes Wissen damit weiter. Und am Ende ist es einfach ein sehr erbauliches Gefühl, der Welt etwas Gutes von sich hinterlassen zu haben.

    4. Zeigen Sie Dankbarkeit.

      Es gibt Menschen, die helfen gerne. Sobald sie Probleme sehen, packen sie an oder erledigen die Dinge, die getan werden müssen, ungefragt, als wäre es selbstverständlich. Ist es aber nicht. Und mangelnde Dankbarkeit kann diese Menschen sehr schnell bitter machen. Dann fühlen sie sich nur noch ausgenutzt. Traurig und folgenschwer – denn nicht selten sind sie die guten Seelen, die einen Betrieb oder eine Familie enorm bereichern.

    5. Revanchieren Sie sich.

      Die Pop-Ikone Madonna singt in ihrem Hit “Sorry” die Zeile Don’t explain yourself cause talk is cheap. Recht hat sie! Ein Dankeschön, gelegentlicher Beifall und Wertschätzung tun zwar gut – auf Dauer aber können Sie Taten nicht ersetzen. Reden ist billig. Revanchieren Sie sich ab und an auch – und zeigen Sie damit, wie wertvoll der vorherige Gefallen oder die gezeigte Leistung tatsächlich für Sie war.

    6. Überraschen Sie.

      Die meisten Menschen, die Überdurchschnittliches leisten oder sich herausragend engagieren, haben ein gutes Gespür dafür, das dies auch so ist. Deswegen erwarten Sie meist auch irgendeine Reaktion ihrer Umwelt darauf. Das Mindeste sind Lob oder Anerkennung. Viel größer aber ist der ermunternde Effekt, wenn Sie über solche Erwartungen hinausgehen. Etwa, wenn Sie dem Betreffenden aufgrund seiner Leistung einen Tag frei geben. Oder ihm und seinem Partner ein romantisches Wochenende in einem Nobelhotel spendieren – schließlich haben sich die beiden in den vergangenen Wochen wegen des wichtigen Projekts kaum noch gesehen… Egal wie, seien Sie kreativ, spontan und gehen auch Sie bei Ihrer Wertschätzung über Durchschnittliches hinaus.

    7. Suchen Sie ein gemeinsames Ziel.

      Sie haben ein bestimmtes Ziel vor Augen und wollen, dass Ihr Team dieses mitträgt. Dann muss es mit den Vorstellungen und Wünschen jedes Teammitglieds übereinstimmen. Fragen Sie sich: Was sind die Ziele der Mitarbeiter? Wo gibt es einen gemeinsamen Nenner?

    8. Seien Sie sich treu.

      Nehmen Sie einen klaren Standpunkt ein. Nichts verwirrt Mitarbeiter so sehr wie Sprunghaftigkeit. Entscheiden Sie sich für eine klare Linie und bleiben Sie dieser treu. Betonen Sie, dass Sie auf die Ergebnisse der Arbeit achten und nicht, wie lange jemand im Büro sitzt.

    9. Nutzen Sie eine positive Sprache.

      Wollen Sie Ihr Team begeistern, verzichten Sie auf Verbote, Einschränkungen, negative Formulierungen und Sätze mit “nicht”. Statt die sich häufenden Kundenbeschwerden zu thematisieren, versuchen Sie es mit: “Wir möchten wieder mehr zufriedene Kunden. So schaffen wir das…” Damit konzentrieren Sie sich auf die positiven Aspekte und beziehen Ihre Mitarbeiter mit ein. Besser noch mit der Frage ans Team: Wie schaffen wir das?

    10. Verurteilen Sie niemanden für Fehler.

      Um über sich selbst hinauszuwachsen, gehört es auch dazu, ungewohntes Terrain zu betreten und Neues auszuprobieren. Manchmal wird man dafür mit Erfolg belohnt, manchmal nicht. Klar, ärgern sich Chefs über die Fehler ihrer Mitarbeiter – erst recht, wenn sie folgenreich sind. Aber geben dem Mitarbeiter trotzdem nie das Gefühl, eine Niete zu sein. Denn er oder sie kann (und sollte) daraus lernen. Wichtiger aber war, dass er oder sie unternehmerisch gedacht und gehandelt hat.

    11. Erhalten Sie den Spaß.

      Am besten arbeitet man in einer entspannten und lockeren Arbeitsatmosphäre. Bei allen Anstrengungen sollte der Spaß am Job aber nicht verloren gehen. Lassen Sie witzige Momente zu, gemeinsames Lachen verbindet. Ebenso das Feiern von Erfolgen.

 

Wie einige Unternehmen ihre Mitarbeiter motivieren

  • Bei Sea World San Diego überreichen die Teamleiter sogenannte Spotlight-Karten an Mitarbeiter, wenn sie sehen, dass diese gute Arbeit leisten. Sie schreiben auf, was sie beobachtet haben und was ihnen daran gefällt. Dann bringen sie mindestens zwei weitere Teamleiter oder Vorgesetzte dazu, die Karte zu unterschreiben, und überreichen sie dem Mitarbeiter. Eine Kopie wird am Infobrett der Mitarbeiter ausgehängt.
  • In Marietta, Georgia, führte Wellstar Health System ein einfaches Anerkennungsprogramm für Führungskräfte auf gleicher Ebene ein, genannt “Die sieben Eigenschaften von Stars”. Manager erhalten vorgedruckte Notizzettel. Darauf können sie Eigenschaften ankreuzen, die von Kollegen verkörpert werden, und beschreiben, warum derjenige dafür gewürdigt werden sollte. Jede Führungskraft, der fünf oder mehr Eigenschaften zugestanden werden, wird beim nächsten Führungsmeeting öffentlich gewürdigt und kann sich eines von fünf Büchern aussuchen.
  • Das New England Aquarium erlaubt Mitarbeitern, Kollegen mit einem “Danke Dorsch” (eine Karte in Form eines Dorsches) Anerkennung zu zollen. Die eine Hälfte der Karte bekommt der Mitarbeiter und die andere Hälfte landet in der vierteljährlichen Verlosung von Geschenkgutscheinen für bezahlten Freizeitausgleich.
  • Als sie bei Time Warner in Milwaukee arbeitete, verwendete Noelle Sment eine wirkungsvolle Anti-Stress-Strategie: Die “Schlechter-Tag-Tafel”. Auf dieser Tafel waren die Namen sämtlicher Mitarbeiter mit einem Magneten befestigt und konnten verschoben werden. Damit wurde angezeigt, wer unter starkem Stress stand, persönliche Probleme hatte, sich mit schwierigen Kunden abmühte und Ähnliches. Ursprünglich war die Tafel als Warnsystem für andere gedacht. Aber schon bald begann die Gruppe, jeden aufzumuntern, der einen “schlechten Tag” hatte – und das mit großer Begeisterung.
  • Die Wells Fargo Bank hat einige ungewöhnliche Belohnungen entwickelt, die keine Kosten verursachen. Zum Beispiel wird ein Gericht in der Kantine nach einem verdienten Mitarbeiter benannt.
  • Bei Xerox hat ein Kundenservicezentrum die Entscheidung über die Arbeitszeiteinteilung den Mitarbeitern selbst überlassen. Indem die Mitarbeiterteams die Verantwortung für die Planung übernahmen, stieg die Arbeitsmoral, verbesserte sich der Kundendienst und die Fehlzeiten reduzierten sich um 30 Prozent.
  • Hyler Bracey, Vorsitzender und CEO der Atlanta Consulting Group, steckt sich jeden Tag fünf Münzen in die Tasche seiner Anzugjacke. Jedes Mal, wenn er im Laufe des Tages einen Mitarbeiter für seine gute Arbeit lobt, steckt er eine Münze in die andere Tasche. Diese Technik hat ihm dabei geholfen, das Loben zur Gewohnheit zu machen – täglich müssen alle Münzen die Tasche wechseln.

mehr Infos

Trackback von deiner Website.

Bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

social_facebook_box_blue_32social_twitter_box_blue_321374414030_social_xing